Stolpersteinverlegung im November

Stolpersteine

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Die erste Verlegung von Stolpersteinen in Hockenheim hat einen Tag vor dem jährlichen Gedenktag zur Reichspogromnacht stattgefunden: Künstler Gunter Demnig, Initiator des länderübergreifenden Projekts “Stolpersteine”, nahm am Donnerstag, 7. November, die Erstverlegung persönlich vor.  Schülerinnen und Schüler des Carl Friedrich-Gauß-Gymnasiums, der Theodor-Heuß-Realschule, der Hartmann-Baumann-Schule sowie der Carl-Theodor-Schule Schwetzingen begleiteten die Verlegung der Stolpersteine. Außerdem waren Renate und Oliver Jung vor Ort, Kind und Enkel der Familie Moritz und Anna Adelsberger.

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Oberbürgermeister Dieter Gummer erinnerte in seiner Ansprache an die Opfer des Nationalsozialismus. Er wies auf die Wichtigkeit des Erinnerns hin, das das Lernen für die Zukunft erst möglich mache. Außerdem dankte er allen, die das Projekt begleitet und unterstützt haben, unter anderem Kirchen, Schulen, Landeszentrlae für politische Bildung sowie dem Arbeitskreis Jüdische Geschichte mit Klaus Brandenburger.

Obwohl Hockenheim die 901. Stolpersteinverlegung in Deutschland sei, wäre für ihn jede Verlegung etwas Besonderes, betonte Demnig bei der Aktion. Neben der Erinnerung sei die Begegnung eine weitere wichtige Funktion der Stolpersteine, so Demnig. Er erzählte von Nachkommen, die sich bei der Stolpersteinverlegung wieder begegnet seien. Die schönste Definition, die Demnig bisher über seine Stolpersteine gehört habe, sei die eines Schülers gewesen. Dieser habe gesagt, dass man über die Stoplersteine zwar nicht mit seinen Füßen, aber mit seinem Kopf und seinem Herzen stolpere, so der Künstler.

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Im Oktober 2012 hatte sich der Hockenheimer Gemeinderat mehrheitlich für die Verlegung von Stolpersteinen im Gedenken an alle Opfer des NS-Regimes ausgesprochen. Zusammen mit Schulen, Kirchen, dem Arbeitskreis Jüdische Geschichte, der Heidelberger Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung und weiteren engagierten Bürgern wurden die Vorbereitungen für die Verlegung von Stolpersteinen in Hockenheim getroffen.

Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Stolpersteine sind kleine Gedenktafeln aus Messing, die am letzten selbstgewählten Wohnort der Verfolgten in den Bürgersteig  eingelassen werden. Auf den Platten sind Name, Geburtsjahr, Deportationsjahr und -ort sowie Angaben zum Schicksal vermerkt.

Verschiedene Schülergruppen hatten sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Schicksal einiger Hockenheimer Familien während der NS-Zeit auseinandergesetzt. Unter anderem entstanden kleine Filme, musische Beiträge, Zeitzeugeninterviews oder Ausstellungen. In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit war die Beschäftigung mit der Gegenwart und den heute selbstverständlich erscheinenden Werten wie Freiheit und Gleichheit eingeschlossen.

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Die erste Stolpersteinverlegung fand zunächst an vier Orten statt. Um 14 Uhr wurden die Steine beim ehemaligen Wohnort der Familie Adelsberger in der Unteren Hauptstraße 3 eingelassen, begleitet von musikalischen Beiträgen der Theodor-Heuß-Realschule, biografischen Anmerkungen von Schülern des Gauß-Gymnasiums und kurzen Ansprachen von Oberbürgermeister Dieter Gummer sowie Gunter Demnig.

Danach wurden weitere Steine in der Schwetzinger Straße 1 bei Familie Adelsberger (heute Restaurant Delphi) verlegt. Auch hier begleiteten Schüler der Realschule musikalisch die Verlegung der Stolpersteine, die Schüler vom Gauß-Gymnasium trugen die Familiengeschichten, Schüler der Carl-Theodor-Schule Schwetzingen Gedenksprüche vor.

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Im Anschluss ging die Verlegung bei Familie Baumgarten/Fleischhacker in der Schwetzinger Straße 12 weiter, wiederum begleitet von Schülern der Realschule und des Gymnasiums. Die erste Aktion in Hockenheim endete in der Hildastraße bei Werner Allenberger.