2. Jakob Samuel Adelsberger, genannt S a l l y – Kaufmann und Mathilde Adelsberger, geb. Eppstein

Schwetzinger Straße 1

Sally Jakob Adelsberger

Sally Jakob Adelsberger

Mathilde Adelsberger

Mathilde Adelsberger

Wie sein Bruder Maier Adelsberger, war Sally Adelsberger Viehhändler. Sind neue Tiere in Hockenheim angekommen, gab Sally Adelsberger folgende Anzeigen auf:

„Ein Transport schöne Simmentaler trächtige Kalbinnen (weibliche Tiere, die noch keinen Nachwuchs bekommen haben) sowie frisch melkende, junge Kühe ist wieder bei mir eingetroffen und lade Kaufliebhaber freundlichst ein“ Sally Adelsberger, Hockenheim, Schwetzinger Straße 1.

Viele Hockenheimer Bauern zählten zu seinen Kunden. Sally war Mitglied im Hockenheimer Synagogenrat. Am 10.11.1938 wurde er nach Dachau zur Schutzhaft deportiert. Aufgrund seines hohen Alters wurde er nach einem Tag wieder freigelassen. Sally musste sein Haus am 16.10.1939 zwangsweise verkaufen und zog zu seinem Neffen Moritz Adelsberger nach Mannheim.

In Hockenheim wurde es auch immer schwerer Jungtiere zu verkaufen. Herr Haas aus der Hubertusstraße verkaufte Tiere von Sally unter seinem Namen, obwohl dies verboten war. Vor der Wagner-Bürckel-Aktion zog er mit seiner Frau Mathilde nach Stuttgart. Seine Frau Mathilde ist am 21. Juni 1941 im Alter von 71 Jahren verstorben. Nach dem Tode seiner Frau zog Sally nach Haigerloch. Ein Jahr später heiratete er eine entfernte Verwandte.

Sally und seine Frau wurden am 19. August 1942 nach Theresienstadt und von dort nach Treblinka deportiert. Sie wurden ermordet. Sally wurde 72 Jahre alt.